Warum ich meinen Körper jahrelang gehasst habe – und was ich daraus gelernt habe
- Katharina Winner

- 30. Jan. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Ich fühlte mich neben anderen Frauen oft unsichtbar.
Kennst du dieses Gefühl, wenn du dich neben anderen Frauen einfach nicht „richtig“ fühlst? Zu blass, zu dick, zu dünn, nicht weiblich genug?
Bei mir fing es schon in der Schulzeit an. Ich mochte meinen Körper nicht.
Es war Winter, ich war blass und farblos – nur meine Nase war rot. Alles an mir kam mir falsch vor. Meine Haare? Katastrophe! Vorne lockig, hinten glatt – nichts daran gefiel mir.
„Du hast doch noch nicht mal einen Busen!“
Mein Körper war immer Thema – ob ich wollte oder nicht. Erst wurde ich gehänselt, weil ich keinen Busen hatte, später fühlte ich mich zu weiblich oder zu dick.
Aus Frust begann ich zu essen.
Morgens auf dem Weg zur Schule waren es oft bis zu 10 Schoko-Croissants. Nachmittags mit meiner Freundin verdrückten wir Chips, Gummibärchen, Toffifee und Limo durcheinander– bis uns schlecht war.
Ich dachte, Essen würde die Leere füllen oder mich irgendwie besser fühlen lassen. Stattdessen fühlte ich mich noch unsicherer.
Egal, was ich wiegte – ich fühlte mich nie wohl
Mit ca 20 Jahren habe ich in wenigen Monaten 10 Kilo zugenommen – obwohl ich in meiner Ausbildung zur Gymnastiklehrerin war und jeden Tag stundenlang Sport machte.
Selbst als ich abnahm, blieb das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Ob ich mehr oder weniger Gewicht hatte, spielte keine Rolle – in meinem Kopf waren die anderen Frauen immer schöner, strahlender, weiblicher und ich fühlte mich unsichtbar und schrecklich.
Kennst du das auch? Dass du denkst, „Ich werde mich erst wohlfühlen, wenn ich abgenommen habe“?
Der Wendepunkt: Es ist nicht nur der Körper – es ist der Kopf
Für mich war es ein langer Weg, das zu verstehen. Ich hatte so viel Wissen über den Körper, über Sport und Ernährung – aber ich mochte mich trotzdem nicht.
Was ich lernen musste: Es geht nicht nur um Diäten oder Sport, sondern um die Art und Weise, wie du über dich denkst.
Ich musste erst den Kampf aufgeben. Und weißt du was? Erst, als ich aufgehört habe, gegen meinen Körper zu kämpfen, begann er sich zu verändern.
Und dann kamen die Wechseljahre …
Vielleicht denkst du jetzt: „Okay, aber in den Wechseljahren ist doch alles anders!“ Ja, das ist es.
Auch ich habe es erlebt: Plötzlich funktionierten die Dinge, die mir früher beim Abnehmen geholfen haben, einfach nicht mehr. Trotz gesunder Ernährung und Bewegung begann mein Gewicht zu steigen. Mein Körper fühlte sich fremd an – und die hormonellen Veränderungen machten es nicht leichter.
In dieser Phase habe ich gelernt, dass der Körper sich ständig verändert. Die Wechseljahre sind eine Herausforderung, keine Frage, aber sie sind auch eine Chance. Eine Chance, den eigenen Körper besser zu verstehen, ihn mit neuen Augen zu sehen und andere Wege zu finden, um gesund, stark und zufrieden zu sein.
Heute fühle ich mich wohl in meiner Haut
Ich genieße meinen Körper. Ich fühle mich nicht mehr unsichtbar neben anderen Frauen. Und das Beste? Dieses Gefühl kannst du auch haben – egal, wo du gerade stehst.
Wenn du dich in meiner Geschichte ein wenig wiedererkennst: Du bist nicht allein.
Selbstliebe, Körperakzeptanz und ein Leben ohne ständigen Diätstress sind möglich – ich bin der lebende Beweis.
Was ich heute weiß:
Dein Körper ist kein „Projekt“, das du irgendwann abschließt. Er verändert sich, genauso wie du – und das ist vollkommen in Ordnung. Der Schlüssel liegt darin, auf deinen Körper zu hören, mit ihm zu arbeiten, statt gegen ihn.
Alles Liebe
Katharina



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